
Es ist ein weitgehend unbekanntes und düsteres Kapitel von 40 Jahren Marinegeschichte der DDR, das den unerforschten und brisanten Komplex der Rolle des MfS in den Seestreitkräften der DDR zum Inhalt hat. Die im Archiv des "Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR" (BStU) recherchierten Vorgänge reflektieren Episoden deutscher Teilungsgeschichte und militärischer Konfrontation von Warschauer Vertrag und NATO in der Ostsee. Die Fahnenfluchtversuche von jungen Marineangehörigen offenbaren die Dramatik zwischen persönlicher Hoffnung auf eine gelungene Flucht und der Furcht vor Strafverfolgung bei Scheitern. Gesteigert wurde diese, wenn Fahnenflüchtige nicht vor Waffengewalt zurückschreckten und damit das Leben ihrer Kameraden auf See riskierten.
Der Referent ist selbst Fregattenkapitän der Volksmarine und Bundesmarine gewesen und hat zum gleichen Thema ein 2009 im Kai Homilius Verlag erschienenes Buch veröffentlicht, das am Vortragsabend im Museum erhältlich sein wird.
Der Vortrag findet am 8. Juli 2010 um 19.30 Uhr im Vortragssaal des Deutschen Marinemuseums statt. Der Eintritt ist frei.



