Werfttagebuch SSB “Nordwind”

Hier erfahren Sie alle Neuigkeiten zur Grundinstandsetzung unseres Seemannschaftsschulbootes “Nordwind”.

Von September 2021 bis April 2023 wird die “Nordwind” grundlegend instandgesetzt. Die Maßnahmen erfolgen mit Fördermitteln des Bundes.

Es ist leer geworden an der Ostpier des Deutschen Marinemuseums Wilhelmshaven. Am Liegeplatz des Seemannschaftsschulboot “Nordwind”, schwimmt nun nur noch ein wenig Treibgut. Ihre ehrenamtliche Crew kümmert sich zur Zeit um das Kleine Torpedoschnellboot “Libelle” der ehemaligen Volksmarine. Das Fehlen der “Nordwind” hat aber einen guten und erfreulichen Grund! Wie bereits aus Funk und Fernsehen zu entnehmen, erhält das Traditionsboot eine umfangreiche und aufwendige Frischzellenkur. Nach mehrmonatiger Vorbereitung, der Erstellung eines umfangreichen Leistungsverzeichnisses, der engen Abstimmung mit dem Fördergeldgeber und einer europaweiten Ausschreibung liegt die “Nordwind” seit Ende September im dänischen Hvide Sande im Ringköbingfjord. Aufgabe der Werft Hvide Sande Shipyard wird es in den nächsten rund 18 Monaten sein, das Boot einer Grundinstandsetzung und Reparatur zu unterziehen. 

Um Sie, die Freunde und Unterstützer der “Nordwind” auch in dieser Zeit auf dem Laufenden zu halten werden wir nun regelmäßig über die Baufortschritte berichten. 

Plankenprüfung und 3D-Scan

12. November 2021

Jetzt geht’s der “Nordwind” an den Kragen, bzw. an die Planken. Nachdem in der 45. Kalenderwoche die Kupferbeplattung der Außenhaut durch die Werft entfernt wurde, konnte mit der eingehenden Untersuchung der Außenbeplankung begonnen werden. Hierbei wurden durch die Ingenieure der Werft und des Büros Löll jene Planken identifiziert und markiert die ausgetauscht werden müssen. Mit der Demontage diese Teile soll nun zeitnah begonnen werden.

Außerdem wurde die “Nordwind” einmal richtig vermessen. Nicht mit Hilfe von Zollstock und Maßband sondern, ganz modern, mit einem 3D-Scanverfahren. Dabei zeigte sich, dass die “Nordwind” in ihrem langen Leben nicht ganz Formstabil geblieben ist. Aber wer will es ihr nach fast 80 Jahren auch verdenken.

Die bereits vor einigen Tagen gezogenen Masten wurden unterdessen geschützt vor der dänischen Witterung eingelagert und warten in ihrem Winterlager auf das Jahr 2022. Dann werden auch sie noch einmal grundlegend instandgesetzt.

Masten gezogen, Tanks geleert, Rumpf gewaschen

4. November 2021

Nach erfolgreicher Überführung nach Hvide Sande kann es jetzt endlich losgehen. Bereits am 27./28. Oktober wurde die Takelage der “Nordwind” durch die damit beauftragte Firma „Georg Albinus Boatbuilding & Rigging GmbH“ vollständig demontiert und wenig später auch bereits die Masten gezogen und von Bord gebracht. Jetzt erinnert unsere “Nordwind” optisch wieder mehr an einen Kriegsfischkutter als an ein stolzes Segelboot.

Nur einen Tag später wurde das Boot aus dem Wasser geholt, alle Tanks entleert und mit dem Waschen des Rumpfes begonnen. Diese Maßnahme ist notwendig um die weitere Befundung zu ermöglichen.

Das derzeit größte Problem für die beauftragte Werft ist die Beschaffung des notwendigen Holzes. Wie Sie sicherlich alle durch die Medien und in Ihrem heimischen Baumarkt mitbekommen haben, ist der Weltmarkt im Bereich Holz gerade relativ leergefegt. Trotz dieses erwartbaren Problems liegt die Grundinstandsetzung der “Nordwind” derzeit voll im Zeitplan. Hoffen wir, dass es so bleibt.

“Nordwind” im dänischen Hvide Sande angekommen

26. September 2021

Nach einjähriger Planung und Vergabe ist nun ein wichtiger Meilenstein in der Instandsetzung des ehemaligen Seemannschaftsschulboots der Marine, der „Nordwind“, erreicht.

Nach einer europaweiten Ausschreibung erhielt Ende September die dänische Werft Hvide Sande Shipyard, die sich bereits einen Namen in Restaurierungsprojekten für andere deutsche Schifffahrtsmuseen gemacht hat, den Zuschlag.

Gerade noch rechtzeitig vor den Herbststürmen verlegte die ehrenamtliche Crew das Boot am letzten Septemberwochenende von der Jade an den Ringköbingfjord. Dort wird es in den kommenden 18 Monaten grundlegend saniert, um ab April 2023 dem Museum wieder für die erlebnisorientierte Vermittlung von Seemannschaft zur Verfügung zu stehen.

Am 1. Oktober unterzeichneten der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsches Marinemuseum, Konteradmiral a.D. Gottfried Hoch, und Museumsleiter Dr. Stephan Huck im Beisein von Planer Detlev Loell, dessen Büro die Bauaufsicht führen wird, die Verträge.“

Das Bild zeigt: 
Jesper Vejlgaard, Olaf Wunderlich (beide Hvide Sande Shipyard), Detlev Loell (Büro Detlev Loell), Konteradmiral a.D. Gottfried Hoch (Stiftung Deutsches Marinemuseum) und Matthäus Schwaderlapp (Büro Detlev Loell) an Bord der Nordwind am derzeitigen Liegeplatz in Hvide Sande, Dänemark
Foto: Deutsches Marinemuseum / Stephan Huck

Haben Sie Fragen ? Wir helfen gern.