1910

Crew. Macht. Karriere

Etwas mehr als 200 Offizieranwärter traten am 1. April 1910 in die Kaiserliche Marine ein und bildeten damit die Crew 1910.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit den Lebenswegen der Angehörigen dieses Ausbildungsjahrgangs, zu denen prominente Figuren wie Karl Dönitz oder Martin Niemöller. Aber auch unbekanntere Crewangehörige finden ihren Platz in der Ausstellung.

Unter Marineoffizieren gilt die Crew, der Ausbildungsjahrgang, in dem sie gemeinsam auf ihren Offizierberuf vorbereitet werden, seit Kaisers Zeiten als (Lebens-) Gemeinschaft. Doch trifft dies überhaupt zu? Und wenn ja: was macht diese Gemeinschaft aus, wie fest sind die Bande, die geknüpft werden und unter welchen Umständen reißen sie gegebenenfalls?

Diesen Fragen geht die Sonderausstellung am Beispiel einer Crew nach, die häufig als die erfolgreichste Crew bezeichnet wird. Grund dafür war die verhältnismäßige hohe Anzahl an Admiralen aus den Reihen dieser Crew – 14 an der Zahl. Ihren Dienst traten sie wie die übrigen 190 Angehörigen ihrer Crew am 1. April 1910 an.

Angehörige dieser Ausbildungscrew erfuhren den Ersten Weltkrieg als junge Offiziere, 66 von ihnen überlebten ihn nicht. Nach Kriegsende wurden nur 28 in die Reichsmarine übernommen, der Rest musste sich nach anderen Verdienstmöglichkeiten umsehen. Spätestens zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden jedoch viele Angehörige der Crew 10 wieder mobilisiert, um in der Kriegsmarine zu dienen. Mit dem Kriegsende 1945 endete zwar letztendlich die militärische Karriere der Crewangehörigen, das Ende der Crew 10 bedeutet dies allerdings noch lange nicht: bis in die 1980er Jahre traf diese sich regelmäßig.

Zu den prominentesten Mitgliedern der Crew zählen sicherlich Karl Dönitz, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und letzter Reichspräsident, oder Martin Niemöller, führender Vertreter der Bekennenden Kirche und aktiv in der Friedensbewegung. Neben diesen beiden prominenten Figuren widmet sich die Sonderausstellung insgesamt 14 Biografien, die exemplarisch verschiedene Lebenswege von Seeoffizieren in zwei Weltkriegen und darüber hinaus darstellen.

Gibt es so etwas wie den „durchschnittlichen“ oder „normalen“ Seeoffizier und wer ist das in der Crew 10? Wer durfte eigentlich in die Crew eintreten? Welche Dienstgrade konnten erreicht werden? Diesen Fragen geht die Ausstellung im Schwerpunkt neben den einzelnen Biografien nach. Das Sozialgefüge der Crew 10 wird anhand von Infografiken erörtert, die ausgewählten Biografien hier verortet. Dabei wird das Entstehen der Gruppe und der folgende Weg aus Neben- und Miteinander von Freundschaften und gegenseitiger Unterstützung auf der einen Seite sowie auch etwaige Rivalitäten und Konkurrenzdenken auf der anderen Seite beleuchtet.

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