Sie interessieren sich für deutsche Marinegeschichte und wollten den Exponaten im Museum schon immer einmal ganz nah kommen? Dann sind Sie in unserer Reihe „Achtung, Exponat!“ genau richtig. Unterhaltsam und zugleich informativ werden hier besondere Details vorgestellt und die oftmals verborgenen Geschichten der einzigartigen Exponate sichtbar gemacht.
Am Dienstag, den 26. Mai um 19:00 Uhr präsentiert Ihnen Carsten Siegel das Modell des Leichten Kreuzers „Emden“ (III) im Detail und nimmt Sie mit auf eine Reise durch die wechselvolle Geschichte des Schiffes und seiner Besatzungen: Als erster großer Nachkriegsbau in Wilhelmshaven 1925 vom Stapel gelaufen, diente die „Emden“ überwiegend als Schulschiff zur Ausbildung angehender Seeoffiziere und Unteroffiziere. Sie umrundete dabei mehrfach den Erdball und hinterließ an vielen Orten ihre Spuren.
Der Vortrag bietet die seltene Gelegenheit, mit dem Modell auf Tuchfühlung zu gehen und seine vielen kleinen Details zu entdecken. Und weil ein Modell allein nicht genügt, präsentieren wir zusätzlich das Modell des Torpedobootes „Wolf“.
Seien Sie gespannt und kommen Sie an Bord! Der Vortrag ist wie immer kostenfrei und dauert ca. 60 Minuten.
Wenn Sie schon immer einmal auf „Tuchfühlung“ mit Exponaten im Museum gehen wollten, sind Sie in unserer neuen Reihe „Achtung, Exponat!“ richtig. Verschiedene Referenten stellen ausgewählte Objekte vor. Unterhaltsam und zugleich informativ werden Details vorgestellt und die oftmals versteckte Geschichte der einzigartigen Exponate sichtbar gemacht.
Am 28. April um 19:00 Uhr präsentiert Ihnen Dr. Thomas Eisentraut den Ehrensäbel von Hermann Ehrhardt (1881-1971). Der Ehrensäbel wurde Hermann Ehrhardt, dem Anführer der sogenannten Marine-Brigade Ehrhardt, von seinen Offizieren als Geschenk überreicht und steht symbolhaft für die revolutionäre Nachkriegszeit der 1919/20er Jahre.
Das Deutsche Marinemuseum konnte den Ehrensäbel aus dem Jahr 1920 kürzlich erwerben. Nicht nur der Aufbau der Blankwaffe, sondern vor allem die zahlreichen Besonderheiten in Form von Gravuren, Motiven und Prunkelementen stehen im Fokus des Vortrages. Ebenso wird auf den historischen Kontext des Exponats eingegangen.
Der Vortrag ist kostenfrei und dauert rund 45 Minuten.

Vom 15. bis 18. April 2026 arbeitete die Crew der PönEx wieder einmal intensiv an Bord des Unterseebootes U10 im Deutschen Marinemuseum. Das Ziel dieser mehrtägigen Aktion war es, das U-Boot zu pflegen und instand zu halten. Gleichzeitig konnte die Museumsbesucher:innen an den Tagen einen Einblick in die Arbeit der PönEx erhalten. Die Crewmitglieder beantworteten die Fragen der Besucher:innen mit Freude und konnten dabei ihre persönlichen Erlebnisse während ihrer Zeit bei der Marine teilen.
Das Team setzt sich aus engagierten Ehrenamtlichen zusammen, die zum Großteil aus ehemaligen Marineangehörigen besteht. Darunter auch ehemalige U-Boot-Fahrer:innen. Sie waren auf anderen Booten wie U9 in Speyer im Einsatz, aber auch auf U10 selbst. Gerade diese persönlichen Bezüge machen die Arbeit der PönEx-Crew und ihre Vermittlung besonders authentisch für die Besucher:innen des Museums.
Zu Beginn stand eine gemeinsame Vorbesprechung an, bevor das benötigte Werkzeug zusammengestellt und auf das Gelände gebracht wurde. Direkt im Anschluss ging es an Bord, um sich einen Überblick über die anstehende Arbeit zu verschaffen. Die Crew teilte sich auf und die Mitglieder übernahmen verschiedene Aufgabenbereiche. Dazu gehörten unter anderem das Reinigen von Bereichen wie dem Motorenraum, das Polieren von Messingelementen, das Überprüfen der Elektrik und auch klassische Reinigungsarbeiten wie das Saugen. Die Sitze und andere Bauteile wurden ausgebaut und außerhalb des Bootes geschliffen und neu gestrichen. Da das U-Boot weiterhin für die Besucher:innen des Museums zugänglich war, konnten im Innenraum keine Streicharbeiten vorgenommen werden. Viele Bauteile wie Rohre, Leitungen oder Hebel konnten deshalb bei dieser PönEx nicht gestrichen werden, da es sonst Farbflecken an der Kleidung der Besucher:innen gegeben hätte.
Es kommt immer mal wieder vor, dass kleine Teile, die leicht zu lösen sind, auf dem Boot entwendet werden. Darunter verschiedene Kappen, Schrauben oder Ventile. Die PönEx versucht die Kleinteile mithilfe von 3D-Druck wiederherzustellen oder sich um einen Ersatz zu kümmern, auch wenn dies nicht immer leicht ist. Gleichzeitig geht es bei der PönEx nicht nur um das reine Restaurieren im engeren Sinne, sondern um die regelmäßige Pflege und den Erhalt der Objekte.
Wir laden Sie herzlich am 31. März 2026 um 19.00 Uhr zu dem Vortrag „Die Kaiserliche Marine in Deutsch-Neuguinea. Militärische Gewalt zur Zeit des deutschen Kolonialismus“ von Eva Künkler ein.
Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos.
Die deutsche Kolonialherrschaft im Pazifik beinhaltete von 1885 bis 1914 das Kolonialgebiet Deutsch-Neuguinea mit dem Nordosten der Insel Neuguinea und dem vorgelagerten Bismarck-Archipel, einem Teil der Salomonen, den Karolinen-, Palau-, Marianen- und Marshall-Inseln und der Insel Nauru. In der Zeit der deutschen Herrschaft wurden in Deutsch-Neuguinea mehr als 160 Militäraktionen durchgeführt.
Die ersten militärischen Expeditionen des Deutschen Reichs in Ozeanien wurden jedoch bereits vor dem formellen Beginn der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Neuguinea, und später auch in Samoa, ab 1872 von der Kaiserlichen Marine unternommen. In den folgenden Jahren kam es zu einer Reihe blutiger Militäreinsätze, um deutsche kolonialwirtschaftliche und kolonialpolitische Interessen durchzusetzen. Bis 1914 gelangten zudem, auch durch die Kaiserliche Marine, zahlreiche Kulturgüter in deutsche Sammlungen und Museen. Als ethnografische Kriegsbeute wurden sie teilweise gezielt für das Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin erbeutet, das jetzige Ethnologische Museum, wo sie sich bis heute befinden.
Nach einem einführenden Überblick stellt der Vortrag zwei militärische Expeditionen beispielhaft vor, an denen strukturelle Merkmale von kolonialen Militäreinsätzen, Kriegsbeute und Plünderungen deutlich werden. An diesen Militäroperationen, die um die Jahrhundertwende im Bismarck-Archipel des heutigen Papua-Neuguinea stattfanden, waren S.M.S. Möwe und S.M.S. Seeadler mit ihren Kommandanten und Besatzungen beteiligt.
Eva Künkler ist Historikerin mit einem Schwerpunkt auf deutscher Kolonialgeschichte und Provenienzforschung zu Kulturgütern aus kolonialen Kontexten. Im Auftrag des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste verfasste sie zwei Publikationen zu kolonialer Gewalt und Plünderungen kultureller Objekte und menschlicher Überreste in deutschen Kolonialgebieten in Afrika und Ozeanien.
Unsere Museumsschiffe und -boote im Museumshafen in Stand zu halten, ist eine der größten und vor allem kostenintensivsten Aufgaben des Deutschen Marinemuseums. Unsere Haustechnik arbeitet täglich an unseren Einheiten und auch die PönEx-Crews, die es für jede Einheit gibt, arbeiten zweimal im Jahr mit Hochdruck daran, dass wir diese wunderbaren Objekte weiterhin für unsere Museumsbesucher:innen zugänglich halten können.
Die „Weilheim“ wurde am 28. Januar 1959 als Minensuchboot in Dienst gestellt, zwischen 1976 und 1978 erfolgte die Umrüstung zum Minenjagdboot, bevor sie nach ihrer Außerdienststellung 1998 als schwimmendes Großexponat ins Deutsche Marinemuseum kam.
Trotz aller Bemühungen verschlechterte sich der Zustand des Minenjagdbootes M1077 „Weilheim“ in den letzten Jahren zusehends. Die Schäden an dem Holzboot wurden selbst immer sichtbarer, trotzdem diverse Instandsetzungsarbeiten durchgeführt worden wurden. Ein Gutachten über den Zustand des Bootes, das im April 2025 im Auftrag des Deutschen Marinemuseums durch einen renommierten Sachverständigen für Holzboote durchgeführt wurde, ergab, dass die Feuchtigkeit in alle Ecken des Bootes gezogen war und bereits erhebliche Schäden hinterlassen hat.
Im Rahmen der Begutachtung wurde u. a. auch eine Messung an der Außenhaut des Bootes durchgeführt. Der Wert der Feuchtigkeit überschritt die Messskala deutlich:
Bei der genaueren Betrachtung des Rumpfes, dem Deck und der Aufbauten sind die Schäden leider mehr als nur deutlich, wobei nicht außeracht gelassen werden darf, dass es sich um ein 67 Jahre altes Holzboot handelt.
Das Boot verfügt über eine Schwimmfähigkeitsbescheinigung bis 2030, allerdings ist zweifelhaft, ob ein sicheres Begehen für unsere Besucher:innen so lange möglich wäre.
Eine Restaurierung des Bootes würde eine vollständige Erneuerung der Außenhaut, des Decks und einen Großteil der Aufbauten mit sich bringen und einen hohen sechs- bis siebenstelligen Betrag bedeuten. Solche Gelder stehen uns unglücklicherweise nicht zur Verfügung. Daher mussten wir die schmerzhafte Entscheidung treffen, das Boot zum Jahresende auszusondern.
Das Boot selbst ist noch bis zum 31. Oktober 2026 hier vor Ort in Wilhelmshaven für Sie begehbar.
Es ist geplant, dass wir die „Weilheim“ gebührend mit einer Abschiedsfeier verabschieden. Alle Informationen diesbezüglich werden rechtzeitig über die üblichen museumseigenen Kanäle (Homepage, Newsletter und Social Media) bekannt gegeben.
Wir arbeiten bereits daran, auch in Zukunft wieder eine schwimmende Einheit mit direktem Bezug zur Minenjagd bei uns im Deutschen Marinemuseum präsentieren zu können und halten Sie entsprechend auf dem Laufenden!
Im September startete die Reise unseres Seebären auf der Gorch Fock. Seit dem hat er so einiges erlebt und auch schon viele Bilder geschickt. Eine kleine Zusammenfassung der ersten Monate finden Sie in dem folgenden Video. Wir freuen uns auf seine Berichte im nächsten Jahr.
Wir haben am 31. Oktober 2025 unsere Barkasse „Friedrich A. Meyer“ in den Ruhestand verabschiedet. In der neuen Saison wird unser Team Sie auf einem neuen Fahrgastschiff begrüßen.
In seinem Vortrag beleuchtet Dr. Jann M. Witt, Historiker des Deutschen Marinebunds am Marine-Ehrenmal in Laboe, den Einsatz von U-Booten durch die Kaiserliche Marine im Ersten Weltkrieg. Innerhalb weniger Jahre wurden die U-Boote von einer noch unerprobten Seekriegswaffe 1914 zur letzten Hoffnung der militärischen Führung des Deutschen Reichs auf einen Sieg über Großbritannien. Dr. Witt analysiert zudem die strategischen Überlegungen, die zum Einsatz der U-Boote geführt haben, und stellt auch die einzelnen Phasen des U-Bootkriegs von den Anfängen bis Kriegsende 1918 dar.
Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Vortragssaal des Museums. Eine Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Seit jeher fasziniert die Menschen das Unbekannte. Das gilt auch oder gerade für das, was sich in den Tiefen unserer Ozeane verbirgt. Die Welt unterhalb des Meeresspiegels ist eine geheimnisvolle. Sie hält eindrucksvolle Überraschungen parat, die den Inhalt der Geschichtsbücher noch heute verändern können. Dennoch wissen wir über den Mond mehr als über das tiefe Blau unserer Erde.
Rund drei Millionen Schiffswracks von der Steinzeit bis zum Zweiten Weltkrieg liegen in unseren Weltmeeren, Flüssen und Seen. Hinzu kommen versunkene Städte und Siedlungen. Sie alle erzählen aufregende Geschichten der Vergangenheit. Seit über 20 Jahren sind diese „Schätze“ die Passion von Unterwasserarchäologe Florian Huber, der bei seiner Arbeit aber auch immer wieder feststellen muss, wie fragil und bedroht unsere Meere sind. In seinem Multivisions-Vortrag gibt der Forschungstaucher einen Einblick in die faszinierende Welt der Unterwasserarchäologie und nimmt den Zuschauer mit auf eine rasante Zeitreise durch unsere Ozeane mit einem Abstecher zum Wrack von UC 71 vor Helgoland, das er seit 2014 untersucht.
Dr. Florian Huber, 1975 in München geboren, taucht seit seiner Jugend und studierte Archäologie, Anthropologie und Skandinavistik in München, Umeå (Schweden) und Kiel. Bevor er sich als Unterwasserarchäologe und Forschungstaucher selbstständig machte, war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel und leitete dort die Arbeitsgruppe für maritime und limnische Archäologie. Seine Expeditionen und Ausgrabungen führten ihn mittlerweile in über 100 Länder unserer Erde. 2013 gründete er zusammen mit Kollegen die Forschungstaucherfirme Submaris. Huber ist Autor zahlreicher Fachpublikationen, Zeitschriftenartikel sowie Bücher und Kinderbücher (u.a. Was Ist Was) und steht regelmäßig für TV-Dokumentationen wie Terra X vor der Kamera.
Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Vortragssaal des Museums. Eine Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Am Wochenende vom 19. bis 21. September war unsere PönEx für das U-Boot U10. Unsere Ehreamtlichen haben geschrubbt, poliert und das U-Boot auf Hochglanz gebracht. Darüber hinaus wurden unter anderem Elektroarbeiten durchgeführt, sodass ein Spind in der Portepeeunteroffiziermesse nun beleuchtet ist und auch die Technik eines Minenauswurfrohres nun durch ergänzte Leuchtmittel besser zu erkennen ist. Wir danken Euch von Herzen für die klasse Arbeit und vor allem das ehrenamtliche Engagement.