4.000 Exemplare des Flyers sind gedruckt und werden jetzt in der Stadt verteilt. Erstmals mit dabei: die Kunsthalle.
Ob Geschichte, Politik, Kunst, Umwelt oder Kosmos: 47 Veranstaltungen vermitteln aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse auf unterhaltsame, verständliche und kurzweilige Weise. Kein Vorwissen nötig! Die Stadt Wilhelmshaven und ihre Verflechtung mit der Welt in Vergangenheit und Gegenwart spielen dabei in vielen Events eine prominente Rolle.
Möglich macht das ein starkes Bündnis: Sieben wissenschaftliche Institutionen in Wilhelmshaven haben sich unter dem Dach der Nordwestdeutschen Universitätsgesellschaft (NWDUG) zusammengetan und ein ebenso spannendes wie vielfältiges Programm für Herbst und Winter auf die Beine gestellt. Mit dabei sind die Kunsthalle, das Deutsche Marinemuseum, das Küstenmuseum, die Volkshochschule, der Astronomische Verein, das Wattenmeer Besucherzentrum und die NWDUG selbst. Vorträge, Reiseberichte, Ausstellungseröffnungen und Kneipenabende verbinden Wissenschaft mit Unterhaltung, Bildung mit Erlebnis.
Das Deutsche Marinemuseum hat von September bis Dezember vier Abendvorträge im Programm, die sich anschaulich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen Marinen auseinandersetzen. Im Fokus stehen diesmal die deutsche Kolonialgeschichte und aktuelle sicherheitspolitische Herausforderungen – Stichworte: Drohnen und Spitzbergen:
29.09.2026: Anne Runhaar: Zwischen Booten und Eisbären – Die Bedeutung von Spitzbergen in der maritimen Sicherheit
27.10.2026: Undine Ott: Achtung Exponat! Was eine arabische Holztafel über den Panthersprung nach Agadir erzählt
24.11.2026: Sebastian Schwartz: The Sea is dark and full of terror – Autonome Systeme und moderner Seekrieg
15.12.2026: Leon Biela: Das Weltreich zu Hause. Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus (Buchvorstellung mit Diskussion)
Jeden letzten Dienstag im Monat lädt das Museum Referent:innen und Publikum dazu ein, über spannende Marinethemen ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei!
Am 29. September 2026 um 19.00 Uhr wird Anne Runhaar zu Gast sein. In ihrem Abendvortrag entführt uns die Politikwissenschaftlerin in den Hohen Norden: nach Spitzbergen.
Seit über einem Jahrhundert nimmt Spitzbergen eine völkerrechtliche Sonderstellung ein: Der 1920 geschlossene Spitzbergenvertrag sicherte Norwegen die Souveränität über den Archipel zu, garantierte zugleich aber allen Vertragsstaaten gleichberechtigten Zugang zu wirtschaftlicher Nutzung. Diese historische Konstruktion bildet bis heute die Grundlage für ein einzigartiges, aber zunehmend umstrittenes Rechtsregime.
Vor diesem rechtlichen Hintergrund gewinnt Spitzbergen zusätzlich eine neue strategische Dimension durch den Klimawandel. Die Arktis erwärmt sich fast viermal so schnell wie der globale Durchschnitt, wodurch neue Schifffahrtsrouten und der Zugang zu arktischen Ressourcen zunehmend in den Fokus internationaler Politik rücken. Für das nördlichste NATO-Territorium bedeutet dies eine verschärfte Debatte um die Auslegung des Vertrags von 1920, aber auch eine sich zuspitzende Sicherheitslage, sichtbar unter anderem an regelmäßigen russischen Militärübungen in unmittelbarer Nachbarschaft.
Der Vortrag zeigt, welche Rolle Spitzbergen für die maritime Sicherheit im Hohen Norden spielt und warum die strategischen Ambitionen Russlands und Chinas sowie die Interessen der NATO den Archipel zu einem geopolitischen Brennpunkt machen.
Anne Runhaar studierte Internationale Politik und Internationales Recht an der Universität Kiel mit einem Schwerpunkt auf dem maritimen Raum. Nach langjähriger Mitarbeit am Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) forscht sie nun im Rahmen ihrer Dissertation zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die arktische Sicherheitspolitik. Ihre Expertise bringt sie regelmäßig in Fachbeiträgen und als Rednerin ein, unter anderem bei der Bundeswehr und auf internationalen Tagungen, beispielsweise in Spitzbergen.
Um 19 Uhr begrüßen wir Sie im Veranstaltungsraum des Deutschen Marinemuseums. Wir freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen! Der Eintritt ist, wie immer, frei.
Am 27. Oktober 2026 um 19.00 Uhr wird Undine Ott in unserer Reihe „Achtung, Exponat!“ einen ungewöhnlichen Neuzugang in unserer Sammlung vorstellen.
Manchmal gibt es glückliche Zufälle. Im letzten Jahr wurden dem Deutschen Marinemuseum Objekte aus dem Nachlass Heinrich Löhleins (1871-1960) angeboten. Zur Schenkung gehörte eine auf den ersten Blick unscheinbare Holztafel. Die kleine Tafel misst nur etwa 20 x 40 Zentimeter. Sie ist auf beiden Seiten mit einem arabischen Text beschrieben. Bei näherem Hinsehen stellt sich jedoch heraus, dass das hölzerne Objekt neues Licht auf ein zentrales Ereignis der deutschen Marinegeschichte wirft: den so genannten Panthersprung nach Agadir 1911.
Der Panthersprung gilt heute als Paradebeispiel für Kanonenbootpolitik. Die Tafel, ein einzigartiges Objekt, verrät, dass das nur die halbe Geschichte ist.
Wir laden Sie in unserem Abendvortrag zu einer Entdeckungsreise ins Jahr 1911 ein. Folgen Sie uns an die marokkanische Küste! Es geht um den Wettlauf um Afrika, Bordempfänge, diplomatische Geschenke und Allianzen, die bisher wenig Beachtung gefunden haben.
Um 19 Uhr begrüßen wir Sie im Veranstaltungsraum des Deutschen Marinemuseums. Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion! Der Eintritt ist, wie immer, frei.

Undine Ott ist Wissenschaftliche Volontärin im Deutschen Marinemuseum. Die Historikerin und Arabistin hat sich wissenschaftlich lange Zeit mit arabischen Inschriften aus dem Mittelalter beschäftigt, bevor sie sich der Deutschen Marinegeschichte zugewandt hat.
Weiter geht es in unserer Vortragsreihe: Von August bis Dezember haben wir wieder für jeden letzten Dienstag im Monat fachkundige Referent:innen gewinnen können. Das Programm bietet ein breit gefächertes Themenspektrum: Vom Arktischen Ozean geht es an die Küste Marokkos, und Wilhelmshaven kommt auch nicht zu kurz. Die Vorträge beleuchten die Vergangenheit der Kaiserlichen Marine und der Kriegsmarine und werfen Blicke in die Zukunft: Drohnen, Ressourcen, Geopolitik und andere Herausforderungen für die Marine.
25.08.2026: Holger Raddatz: Achtung, Exponat! Luftschutzbunker in Wilhelmshaven
29.09.2026: Anne Runhaar: Zwischen Booten und Eisbären – Die Bedeutung von Spitzbergen in der maritimen Sicherheit
27.10.2026: Undine Ott: Achtung Exponat! Was eine arabische Holztafel über den Panthersprung nach Agadir erzählt
24.11.2026: Sebastian Schwartz: The Sea is dark and full of terror – Autonome Systeme und moderner Seekrieg
15.12.2026: Leon Biela: Das Weltreich zu Hause. Wilhelmshaven und der deutsche Imperialismus (Buchvorstellung mit Diskussion)
Foto: Anne Runhaar
Weiter geht es in unserer Vortragsreihe: Am 25. August 2026 um 19.00 Uhr wird Holger Raddatz in unserer neuen Reihe „Achtung, Exponat!“ über bauliche Objekte sprechen, die das Bild der Stadt Wilhelmshaven in besonderem Maße prägen: Luftschutzbunker.
Der Experte für Bunkeranlagen wird aus seiner Privatsammlung das Kartonmodell eines so genannten Truppenmannschaftsbunkers 750 der Kriegsmarine mitbringen. Anhand des Modells im Maßstab 1:72 wird er die Bunkerlandschaft Wilhelmshavens vorstellen: Welche Bunkertypen wurden während des Zweiten Weltkriegs gebaut? Wie verteilten sie sich über die Stadt? Was davon steht noch? Und wie werden die ehemaligen Bunker heute genutzt?
Wilhelmshaven, seinerzeit die Stadt der Kriegsmarine, verfügte zwischen 1939 und 1945 über eine ungewöhnliche Dichte an Luftschutzanlagen. Darunter fielen mindestens 58 bombensichere Anlagen der Kriegsmarine, beispielsweise Truppenmannschaftsbunker. Diese Bunker waren von Emden bis Königsberg standardisiert.
Um 19 Uhr begrüßen wir Sie im Veranstaltungsraum des Deutschen Marinemuseums. Wir freuen uns auf die Diskussion mit Ihnen! Der Eintritt ist, wie immer, frei.
Holger Raddatz betreut im Deutschen Marinemuseum die Fachbibliothek zur Marinegeschichte. Der gebürtige Wilhelmshavener beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Luftschutzbau im Weser-Ems-Gebiet und darüber hinaus.
Sein Buch „Truppenmannschaftsbunker der Kriegsmarine“ erhalten Sie in unserem Museumsshop!
Der Abendvortrag von Dr. Kerrin Langer am 28. Juli 2026 zum Thema „Meer, Macht und Motoren – Energie und Umwelt in 200 Jahren Marinegeschichte“ muss leider ausfallen. Wir hoffen, den Vortrag zu einem anderen Zeitpunkt nachholen zu können.
Als Ersatz konnten wir Dr. Sebastian Bruns gewinnen, der bereits am Donnerstag, dem 23. Juli im Deutschen Marinemuseum zu Gast sein wird.
In seinem Abendvortrag wird Dr. Sebastian Bruns unter dem Titel „Guardians of the North Atlantic“ die Entwicklung der NATO in den letzten Jahrzehnten analysieren und die aktuellen Herausforderungen diskutieren, vor denen das Nordatlantikbündnis steht.
Der Eintritt ist wie immer frei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und angeregte Diskussionen!
Am 23. Juli 2026 laden wir Sie herzlich um 19.00 Uhr zu unserem nächsten Abendvortrag ein. Dr. Sebastian Bruns wird die maritime Entwicklung der NATO in den letzten vier Jahrzehnten beleuchten. Der international renommierte Marinestrategie-Experte ist Fellow der Royal Swedish Society of Naval Sciences (KÖMS) Stockholm. Er lebt und arbeitet in Kiel.
Angesichts des fortwährenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und den Westen und wegen aufflammender Konfliktherde weltweit erlebt die NATO zurzeit eine „maritime Renaissance“. Nach Jahrzehnten schrumpfender Budgets und niedrig- wie mittelintensiver Aufgaben steht das Bündnis am Beginn der Revitalisierung seiner maritimen Fähigkeiten, die mehr denn je gefragt sind.
In seinem Vortrag geht Dr. Sebastian Bruns der Frage nach, wo der Nordatlantikpakt, der ja immerhin ein großes Seegebiet im Namen führt, im Jahr 2026 steht. Wie hat sich die Allianz seit Ende des Kalten Krieges maritim aufgestellt? Und wohin führten See- und Irr-Wege der Mitgliedstaaten?
Der Vortrag findet ausnahmsweise am Donnerstag statt. Um 19 Uhr begrüßen wir Sie im Veranstaltungsraum des Deutschen Marinemuseums. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen über die NATO ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei.
Der Vortrag von Dr. Kerrin Langer am 28. Juli muss leider ausfallen.
Sein neues Buch widmet Dr. Dieter H. Kollmer den Schnellbooten. Die Bundesmarine und die Volksmarine standen Mitte der 1960er Jahre vor ähnlichen Herausforderungen. Sie benötigten neue Schnellboote, und diese sollten jeweils in der Bundesrepublik und in der DDR hergestellt werden. Dieter H. Kollmer untersucht vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Wirtschaftssysteme die jeweilige Beschaffung, Planung und Produktion und bewertet sie wie auch den Einsatz der Boote im Hinblick auf Effektivität und Effizienz. Wir laden Sie herzlich zu seinem Vortrag am 24. Juli 2025 bei uns im Deutschen Marinemuseum ein.
Dr. Dieter H. Kollmer in Hamburg geboren und aufgewachsen, ist zurzeit Berater im Internationalen Militärstab in der Abteilung Politik und Fähigkeiten im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Zuvor war er von 2006 bis 2021 als Wissenschaftler am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam insbesondere im Forschungsbereich Militärgeschichte nach 1945 tätig. Kollmer hält Lehraufträge der Universität der Bundeswehr in München sowie der Universität Potsdam und ist Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte des Ministers für Landesverteidigung der Republik Österreich sowie am Center for Koldkrigsstuider an der Syddansk Universitet in Dänemark. Seine Forschungsschwerpunkte sind Militär- und Wirtschaftsgeschichte, der Kalte Krieg, Rüstungsgüterbeschaffung, deutsch-dänische Beziehungen und Sportgeschichte.
Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Vortragssaal des Museums. Eine Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Liebe Museumsfreundinnen und -freunde,
wir möchten Sie herzlich zu dem Abendvortrag von Dr. Klaus Franken mit dem Titel „Admiral Gustav Bachmann. Ein Admiral der zweiten Reihe?“ einladen.
Es erwartet Sie ein spannender Vortrag zum Militärischen Werdegang des Admirals, seiner Zeit als Chef des Admiralstabs, als Chef der Marinestation der Ostsee und seiner Person im November 1918 während der Revolution in Deutschland. Der Vortrag findet am 22. Mai 2025 statt und beginnt um 19.00 Uhr im Vortragssaal des Museums. Eine Teilnahme ist kostenlos. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Als Deutscher Teil der „Volksgemeinschaft“ zu sein: So lautete ein zentrales Versprechen der Nationalsozialisten. Auf der Ferieninsel Langeoog sollte diese Volksgemeinschaft erfahrbar werden. Tausende Jungen und Mädchen der Hitlerjugend nahmen an Zeltlagern im Pirolatal teil, während Gäste des „Kraft durch Freude“-Programms für ausgebuchte Pensionen und Erholungsheime sorgten. Die Dorfbewohner selbst erlebten das neue Regime als Mitglied der NS-Volkswohlfahrt, bei Veranstaltungen der NSDAP-Ortsgruppe oder auf feierlichen Umzügen, wo sie mit Gästen zusammentrafen. Auch symbolpolitisch bekräftigte die Gemeinde ihre Zugehörigkeit zu dem neuen Regime, indem sie Straßen umbenannte und Denkmäler errichtete.
Die Kehrseite der „Volksgemeinschaft“ war die Ausgrenzung und Verfolgung jener, die nach der rassistischen und antisemitischen NS-Ideologie nicht dazugehörten. Während sich die Zwangssterilisation gegen Insulaner richtete, zielte die antisemitische Hetze darauf, zugezogene Konkurrenten loszuwerden und jüdische Gäste gar nicht erst aufzunehmen. Während des Krieges zeigte sich die rassistische Politik im tödlichen Umgang mit sowjetischen Zwangsarbeitern, die den Ausbau der Insel zu einer Garnison vorantreiben sollten.
Echternkamp nimmt die ostfriesische Insel unter die Lupe, um zu prüfen, wie tief Nationalsozialismus und Antisemitismus in die deutsche Gesellschaft eingedrungen waren. Mit Blick auf die Gegenwart kann er verdeutlichen, dass Teile der touristischen Tradition und des heutigen Markenkerns unter anderen Vorzeichen ihren Ursprung auf der Insel der „Volksgemeinschaft“ haben.