Der Erhalt und dauerhafte Unterhalt der Boote und Schiffe im Museumshafen sind keine Selbstverständlichkeit. Das Deutsche Marinemuseum präsentiert die verschiedenen Marineeinheiten und macht diese weitestgehend für die Besucherinnen und Besucher zugänglich. Um die dauerhafte Schwimmfähigkeit zu gewährleisten sind Kontrollen notwendig. Daher werden die Rümpfe in regelmäßigen Abständen geprüft, neue Farbe aufgetragen und diverse Reparaturen durchgeführt. Auch wenn viele der Arbeiten durch Freiwillige, größtenteils ehemalige Besatzungsmitglieder (unsere „Pön-Ex“-Crews), im Rahmen eines Ehrenamtes durchgeführt werden, so kosten die Materialien und Werkzeuge, aber auch die Werftaufenthalte doch viel Geld.

Im Museumshafen befindet sich eine neue Station, die einen Überblick über alle Schiffe und Boote gibt und gleichzeitig exemplarisch aufzeigt, welche Summen für welche Maßnahmen auf den verschiedenen Einheiten benötigt werden. Museumsgäste dürfen hier gerne für „Ihr“ Boot oder Schiff spenden.

Der Zahn der Zeit nagt auch an den Großexponaten des Deutschen Marinemuseums. Insbesondere betroffen sind ehemalige Boote der Marine, deren Rumpf und Decks seinerzeit aus Holz gefertigt wurden, was der Museumsbesucher auf den ersten Blick so nicht erkennen kann. So wurden am GEPARD, auch wenn er erst 2016 im Marinemuseum aufgenommen wurde, Schäden im Oberdecksbelag festgestellt, an denen durch Risse und zum Teil bereits offene Stellen bei jedem Niederschlag Wasser in das darunter liegende Holzdeck eindringen konnte und es zerstörte.

Als Herausforderung erwies sich die Suche nach einem Auftragnehmer, der noch in der Sommersaison die Schäden beheben sollte. In einigen dazu befähigten Betrieben waren die Auftragsbücher so gut gefüllt, dass in diesem Jahr keine Kapazitäten mehr zur Verfügung standen.

Einzig die traditionsreiche Bültjer-Werft aus Ditzum an der Ems zeigte Interesse und nahm den Besichtigungstermin wahr. Als dann noch der Vorstand der Stiftung Deutsches Marinemuseum grünes Licht für die Instandsetzung gab, wurde die Werft kurz danach beauftragt, und nahm bereits am darauf folgenden Montag die Arbeit an Bord des GEPARD auf.

Das Team um Juniorchef Andy Bültjer, der mit Material und Werkzeug sowie vier seiner Mitarbeiter anreiste, hat 5 Tage bei überwiegend wolkenlosem Himmel und Temperaturen bis 30 °C auf dem GEPARD gearbeitet und sicher haben alle dabei mehr als genug Schweiß gelassen. Bis zum letzten Tag war die Stimmung im Team trotzdem gut ( siehe Foto) und die beauftragten Schadstellen im Oberdeck waren professionell bearbeitet. Auch für den Laien war erkennbar, dass hier jemand gearbeitet hat, der sein Handwerk versteht. Danke dafür! Bevor es zurück nach Ditzum/Ems ging, konnte am letzten Tag sogar noch eine kleine Reparatur auf der WEILHEIM erledigt werden.

Nach sechswöchigem Werftaufenthalt ist unser ältestes Museumsboot, die „Weilheim“, am 6. Januar 2020 an ihren angestammten Liegeplatz längsseits der „Mölders“ zurückverlegt worden.

In der Werft war das Unterwasserschiff gereinigt, von Bohrwurmbefall befreit und mit einer Kupferbeplankung gegen neuerlichen Befall geschützt worden. Zudem hat der Rumpf einen neuen Anstrich erhalten.
Zuvor hat das B-Deck eine neue Oberdecksbeplankung erhalten.

Nun ist die „Weilheim“ wieder im Museum zu besichtigen.

Nach der Reinigung des Unterwasserschiffes der „Weilheim“ wurde ein starker Bohrwurmbefall im Wasserpass festgestellt.

Unter Hinzuziehung eines Sachverständigen wurde ein praktikabler Weg zur Schadensbeseitigung gefunden: die Schadstellen wurden abgeflammt und mit Bitumen verschlossen. Anschließend wurde der Wasserpass vollständig mit Kupferplattenverschlossen.

Gut zu erkennen: Der Bohrwurmbefall (links), die Bitumversiegelung (Mitte), die Kupferplatten (rechts).

Nun steht einer mehrjährigen Liegezeit im Museumshafen nichts mehr im Wege. Noch vor Weihnachten wird die „Weilheim“ an ihren angestammten Liegeplatz im Deutschen Marinemuseum zurückverlegt werden.

Am 20. November verlegte unser Minenjagdboot „Weilheim“ von seinem angestammten Liegeplatz im Museum in eine Wilhelmshavener Werft. Dort werden das Unterwasserschiff gereinigt, eventuelle Schäden repariert und anschließend ein konservierender Unterwasseranstrich aufgebracht. Mitte Dezember wird das Boot ins Museum zurückkehren und wieder zu besichtigen sein.