Vortrag: Die Kaiserliche Marine in Deutsch-Neuguinea. Militärische Gewalt zur Zeit des deutschen Kolonialismus

31. März 2026, 19.00

6. März 2026

Wir laden Sie herzlich am 31. März 2026 um 19.00 Uhr zu dem Vortrag „Die Kaiserliche Marine in Deutsch-Neuguinea. Militärische Gewalt zur Zeit des deutschen Kolonialismus“ von Eva Künkler ein.

Die Teilnahme an dem Vortrag ist kostenlos.

Die deutsche Kolonialherrschaft im Pazifik beinhaltete von 1885 bis 1914 das Kolonialgebiet Deutsch-Neuguinea mit dem Nordosten der Insel Neuguinea und dem vorgelagerten Bismarck-Archipel, einem Teil der Salomonen, den Karolinen-, Palau-, Marianen- und Marshall-Inseln und der Insel Nauru. In der Zeit der deutschen Herrschaft wurden in Deutsch-Neuguinea mehr als 160 Militäraktionen durchgeführt.

Die ersten militärischen Expeditionen des Deutschen Reichs in Ozeanien wurden jedoch bereits vor dem formellen Beginn der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Neuguinea, und später auch in Samoa, ab 1872 von der Kaiserlichen Marine unternommen. In den folgenden Jahren kam es zu einer Reihe blutiger Militäreinsätze, um deutsche kolonialwirtschaftliche und kolonialpolitische Interessen durchzusetzen. Bis 1914 gelangten zudem, auch durch die Kaiserliche Marine, zahlreiche Kulturgüter in deutsche Sammlungen und Museen. Als ethnografische Kriegsbeute wurden sie teilweise gezielt für das Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin erbeutet, das jetzige Ethnologische Museum, wo sie sich bis heute befinden.

Nach einem einführenden Überblick stellt der Vortrag zwei militärische Expeditionen beispielhaft vor, an denen strukturelle Merkmale von kolonialen Militäreinsätzen, Kriegsbeute und Plünderungen deutlich werden. An diesen Militäroperationen, die um die Jahrhundertwende im Bismarck-Archipel des heutigen Papua-Neuguinea stattfanden, waren S.M.S. Möwe und S.M.S. Seeadler mit ihren Kommandanten und Besatzungen beteiligt.

Eva Künkler ist Historikerin mit einem Schwerpunkt auf deutscher Kolonialgeschichte und Provenienzforschung zu Kulturgütern aus kolonialen Kontexten. Im Auftrag des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste verfasste sie zwei Publikationen zu kolonialer Gewalt und Plünderungen kultureller Objekte und menschlicher Überreste in deutschen Kolonialgebieten in Afrika und Ozeanien.

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